Basic Thinking Blog ist verkauft

Für EUR 46.902,00 wurde Basic Thinking Blog vor wenigen Minuten bei eBay versteigert, der Name des Käufers ist aber noch nicht bekannt. Mit dem Verkaufspreis wurde zwar nicht ein sechsstelliger Betrag erreicht, was einige Kommentatoren im Web gedacht haben, aber deutlich mehr, als ich getippt hätte. Robert Basic hat sich bereits bei seinen Lesern mit einem letzten Posting verabschiedet. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass er den Nachfolger nicht doch noch persönlich vorstellt …. dann halt mit einem allerletzen Posting.

Update – ich habe mich geirrt
Nun steht der Käufer fest und er hat sich gleich selber vorgestellt: Serverloft, ein Anbieter für dedizierte Server hat den Zuschlag bekommen und gleich angekündigt, worum es zukünftig gehen wird:

Als wir von dem Verkauf hörten, fanden wir es alle sehr schade, dass dieses vielseitige Blog mit Schwerpunkt auf Web- und Technikthemen nicht weiterbestehen sollte. Um eine kommerzielle Ausschlachtung und einen Qualitätsverlust der Inhalte zu verhindern, beschlossen wir schließlich, es selbst zu ersteigern und für die technisch interessierte Community zu erhalten.”

Für eine Übergangszeit von einigen Monaten wird Robert Basic eng mit serverloft zusammenarbeiten, um eine reibungslose Übertragung der Blog-Pflege an das neue Autorenteam zu ermöglichen. Themen wie Trends im Netz, Blogging, Social Networks, Web-Startups usw. werden nun auch in Zukunft Schwerpunkte des Blogs bilden, das darüber hinaus ein breit gefächertes, allgemeines Themenspektrum abdeckt. Die Rolle des Blogs als eines der besten und bekanntesten im deutschsprachigen Raum soll weiter ausgebaut werden

Robert steigt also nicht gleich aus und verjubelt seinen Gewinn und der Käufer scheint auf den ersten Blick auf Qualität und Fortführung zu stehen, wenngleich der Fokus nun noch mehr im technischen Segment liegen wird.

Für mich steht fest, dass ich den Blog weiter beobachten werde, mal sehen, was daraus wird.

Update 2
Etwas irritiert bin ich jetzt aber schon, dass der Käufer serverloft ausgerechnet zu der Firma gehört, die kürzlich dem Blog unentgeltlich aufgrund des hohen Ansturms einen Server zur Verfügung gestellt hatte: serverloft ist eine Marke der PlusServer AG . Aber vielleicht sollte man nicht immer nur die Schatten sehen …

Konjunkturpaket II steht fest

Nach einer sechsstündigen Sitzung hat sich die CDU-SPD-Koalition auf die Eckdaten des 50 Milliarden Euro schweren Konjunkturpaketes II geeinigt, was in dieser Form das größte in der Nachkriegsgeschichte Deutschland darstellt und sich im wesentlichen aus folgenden Punkte zusammensetzt:

  • der Eingangssteuersatz der Einkommenssteuer soll von 15% auf 14% gesenkt werden
  • der Grundfreibetrag soll um 340 Euro auf 8.004 Euro ansteigen
  • der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung sinkt um 0,6%-Punkte von 15,5% auf 14,9%, wovon Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte profitieren sollen
  • ein Investitionspaket von 18 Milliarden Euro in Infrastrukturmaßnahmen – Schulen, Universitäten, Straßen
  • Einführung einer Abwrackprämie in Höhe von 2.500 Euro pro Auto, wenn ein Neuwagen angeschafft und parallel ein mindestens neun Jahre altes Auto stilllegt wird
  • ein einmaliger Bonus von 100 Euro je Kind
  • Erhöhung der Regelsätze von 60% auf 70% für Kinder von 6 bis 13 Jahren in Hartz-IV-Familien
  • Einführung eines 100 Milliarden Euro Rettungsschirms in Form von staatlichen Bürgschaften oder Krediten für Unternehmen, die keine oder zu wenig Kredite erhalten

Das Konjunkturpaket II muss nun noch in den kommenden Wochen im Bundestag und Bundesrat beschlossen werden und soll zum 01.07.2009 in Kraft treten. Die Höhe der notwendigen Neuverschuldung habe ich bisher nicht im Web gefunden oder in den Nachrichten gehört, diese Zahl wird aber sicherlich in Kürze veröffentlicht werden.

Ob diese Paket aber wirklich die Konjunktur ankurbeln wird, ich bleibe skeptisch: denn nicht nur die Frage der Finanzierbarkeit bleibt schwierig, auch die Nachhaltigkeit vom Konjunkturpaket II sehe ich nicht wirklich. Was kommt denn nun als Entlastung bei den Bürgern an? Ich habe im Radio heute früh Zahlen von durchschnittlich 10-15 Euro pro Familie im Monat gehört. Reicht das aus? Schafft sich eine Familie wirklich ein neues Auto an, wenn man eine Abwrackprämie erhält? Ich glaube es nicht. Führt eine Erhöhung der Investitionen im Strassenbau wirklich zu mehr Aufträgen bei kleinen und mittleren Betrieben, die die meisten Arbeitsplätze in Deutschland schaffen? Meiner Meinung nach eher nicht.

Ich hätte mir mehr Innovation bei den Ideen zur Bewältigung der Wirtschaftskrise in Deutschland gewünscht. Nicht nur eine Erhöhung des Grundfreibetrages für Erbwerbstätige, sondern Erweiterung des Grundfreibetrages auf jedes Familienmitglied. Eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Energie, das würde Familien helfen. Und die befristete Einführung von erhöhten Abschreibungssätzen auf Investitionsgüter für mittelständische Betriebe um diese wettbewerbsfähiger zu machen, was der Sicherheit von Arbeitsplätzen zu Gute kommt.

Zu diesen Schritten ist die Grosse Koalition nicht bereit und macht damit für mich zu kleine Schritte.

Umfragen der Hessenwahl zeigen deutliche Mehrheit für Schwarz-Gelb

Wie eine aktuelle Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF-Politbarometer unter 1.072 hessischen Wahlberechtigten aufzeigt, zeichnet sich mit 54% eine deutliche Mehrheit für Schwarz-Gelb bei der anstehenden Neuauflage der Hessen-Wahl ab. Demnach würde die CDU momentan auf 41% und die FDP auf 13% kommen, die SPD dagegen würde mit 25% das schlechteste Nachkriegsergebnis in Hessen einfahren. Laut der Prognose würden ferner die Grünen 13% erreichen, die Linke liegt bei 5% und muss daher fürchten, doch noch den Einzug im Landtag zu verpassen. Nach den jüngsten Parteiaustritten und den veröffentlichten Begründungen hierfür, wäre dieses Ergebnis jedoch nicht überraschend.

Da aber wohl noch gut 45% der Wähler sich im Moment als unentschlossen bezeichnen, bleibt das Ergebnis – wie immer bei Wahlen – offen und spannend. Sicher ist aber, dass der Versuch von Andrea Ypsilanti (SPD) nach der Hessenwahl 2008, sich entgegen ihrer ursprünglich Wahlaussagen mit den Stimmen der Linken zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen, deutliche Spuren bei der Hessen-SPD hinterlassen hat und die Wähler dieses Verhalten – meiner Meinung nach zu Recht – abstrafen. Leider sieht das Frau Ypsilanti nicht so, wie man bei Welt Online lesen kann:

Die hessische SPD-Parteichefin Andrea Ypsilanti gibt den vier Genossen, die sie nicht zur Regierungschefin wählen wollten, die Schuld am Umfragetief der Hessen-SPD. Die Wähler seien nicht von ihrem gebrochen Wahlversprechen in Bezug auf die Linkspartei entsetzt, sondern von der Illoyalität der vier SPD-Politiker.

Sollte dieses Umfrageergebnis so am kommenden Wochenende an der Wahlurne bestätigt werden, zeigt dies aus meiner Sicht auch eindeutig, dass die Wähler klare Verhältnisse wünschen und dem bürgerlichen Lager mehr Vertrauen entgegen bringen. Das steht aber konträr zur Auffassung von Frau Ypsilanti, nach der die Wähler enttäuscht sind , dass der Politikwechsel nicht gelungen sei. Für mich ist das Realitätsferne!

Bloggen als Investition?

Die ebay-Versteigerung vom Basic Thinking Blog dominiert natürlich weiterhin die Blogosphäre und die Flut der Artikel, die sich mit diesem Thema beschäftigen, lässt sich sicherlich kaum noch eindämmen. Beim Surfen im Web habe ich soeben einen sehr interessanter Artikel im Blog von Jörg Friedrich gefunden, der die Auktion zum Anlass nimmt, sich Gedanken über Die Ökonomie der Blogosphäre zu machen: was ist ein Blog eigentlich wert und lohnt sich bloggen aus kommerzieller Sicht?

Ich kann dem Artikel in weiten Teilen 100%ig zustimmen, insbesondere den beiden nachfolgenden Aussagen:

So gesehen ist kein deutsches Blog überhaupt einen Cent wert.

Dass gutes Bloggen sich nicht lohnt, liegt an der deutschen Krankheit des Internet: den Werbeblockern.

Auch wenn dies sicherlich nicht nur auf Blogs, sondern auch eine hohe Mehrheit aller Websites zutrifft, ist das Bloggen aus meiner Sicht im wesentlichen durch zwei Dinge geprägt: Idealismus und der Hang zur Selbstdarstellung; beides lässt sich nur selten mit monetären Werten in Einklang bringen. Sicherlich gibt es auch Blogs, die nur aus wirtschaftlichen Gründen ins Leben gerufen werden, sei es z.B. um Backlinks und damit einen hohen Pagerank zu generieren, der sich ggf. vermarkten lässt. Und sicherlich nimmt die Anzahl dieser Blogs rein gefühlsmässig zu, aber ich glaube, dass dies auch weiterhin eine Minderheit in der Blogosphäre darstellen wird.

Und in der Regel sind die Werbeeinnahmen eines Blogs – oder einer entsprechenden Website – im Verhältnis zur eingesetzen Arbeitsleistung unbefriedigend. 1998 habe ich meine erste Website ins Netz gestellt und konnte über alle meine privaten Webprojekte in 2008 rund 1,7 Mio. Besucher mit 4,8 Mio. Pageviews begrüssen. Einnahmen wie die eines Robert Basic kann ich bei weitem nicht verbuchen. Aber das war auch nie Ziel, solange die Einnahmen die Serverkosten etc. übersteigen, ist für mich die “Welt in Ordnung” …

Es gibt aber eine Aussage bei Jörg Friedrich, der ich vehement widersprechen muss:

Mit der heute begonnenen Versteigerung von Basic Thinking bekommt das Bloggen in Deutschland eine neue, ökonomische Dimension. Das Blog wird zum Investitionsobjekt.

Nein, das sehe ich nicht so. Ich glaube nicht, das man das Modell Robert Basic in die Breite tragen kann. Das Ausmaß seiner Selbstdarstellung ist schon einzigartig ohne seine Leistung damit negieren zu wollen. Man muss seine Artikel nicht mögen, aber man kann trotzdem konstatieren, dass er es geschafft hat, von einer breiten Maße an Surfern gelesen zu werden. Und die Vermarktung eines Kultobjektes ist etwas ganz anderes als die Vermarktung eines Wirtschaftsgutes. Und dementsprechend gehe ich davon aus, dass die Versteigerung vom Basic Thinking Blog eine Ausnahme bleiben wird. Nicht einmalig, aber selten und noch seltener in der Größenordnung, die sich aktuell abzeichnet.

Im übrigen gehe ich auch davon aus, dass bereits der jetzt erreichte Auktionsstand von über 20.000 Euro zu hoch ist! Mindestens die Hälfte der jährlichen Werbeeinnahmen des Blogs sind meines Erachtens fest mit der Person von Robert Basic verbunden. Geht er, gehen auch diese Einnahmen verloren. Nicht sofort, aber auch nicht unbedingt langsam. Der neue Inhaber des Blogs wird sicherlich zunächst eine hohe Traffic verzeichnen können, weil die halbe Blog-Welt wissen will, was nun weiter geschieht. Die darsus resultierende Erwartungshaltung zu erfüllen, wird schwer, eventuell sogar nicht erfüllbar.

ebay-Versteigerung vom Basic Thinking Blog gestartet

Nun wurde die eBay-Versteigerung also gestartet, nachdem sie medienwirksam angekündigt wurde. Und die Erwartungen an das Ergebnis dürften nicht nur beim Bloginhaber Robert Basic hoch sein. 2008 hat der Blog laut den Angaben Bruttoeinnahmen von EUR 37.000 durch Werbeeinahmen erwirtschaftet und konnte knapp unter 2,5 Mio. Unique Visitors und 3,6 Mio. Page Impressions verbuchen.

Ende der Auktion ist am 15.01.2009 um 19:50:54 MEZ, aktuell hat noch keiner mitgeboten. Das ist aber sicherlich auch darin begründet, dass zum Schutz vor unseriösen Geboten Bieter sich freischalten lassen müssen. Sicherlich warten aber viele wie die Schlange vor dem Mauseloch, dass die Auktion aktiver wird.

Linkspartei in Hessen demontiert sich

Die SED-Nachfolgeorganisation Die Linke schafft es ja immer wieder, sich mit populistischen Vorschlägen hervorzutun und leider glauben zuviele Deutsche wirklich, dass mit überholten marxistischen Vorstellungen die Welt von heute geführt werden könnte. Als Bsp. nenne ich nur die semi-genialen Idee der Milliardärs- und Millionärssteuer, die

zur Finanzierung eines öffentlichen Investitionsprogramms und zur Sicherung der Existenz kleiner und mittlerer Unternehmen

dienen soll. Leider steht nirgendwo auf deren Website (oder ich habe es nicht gefunden), wie hoch diese Abgabe den genau sein soll, denn schliesslich will man ja ein Konjunkturpaket von € 50 Mrd. auflegen. Aber dafür gibt es ja immer noch die Möglichkeit der Enteignung, die Oskar L. aus S. schon öftersmal gefordert hat.

Sehr schön ist aber auch, dass man wie oben zitiert ein öffentliches Investitionsprogramm auflegen will, gleichzeitig aber am 05.01.2008 aber unter dem Motto Arbeit schaffen statt Beton folgende Forderungen aufgestellt werden:

Vordringlich wäre jetzt, den Umfang der Beschäftigungsprogramme zu erhöhen, die Entlohnung armutsfest zu machen, den Hartz-IV-Empfängern die realen Heizkosten zu erstatten und die kommunalen Einmalzahlungen wieder aufzunehmen. [...]Was die kleinen Handwerker brauchen, sind nicht Ausgaben für Straßenbau, sondern Zwischenfinanzierungen und Ausfallbürgschaften für ihre Außenstände.

Ich glaubte bisher immer, was die Handwerker brauchen, sind Aufträge, damit sie ihre Mitarbeiter bezahlen können … oder habe ich da etwas missverstanden. Sollen also Handwerksbetriebe am besten gleich zumachen, damit die Angestellten direkt Geld vom Staat bekommen?

Aber am allerschönsten finde ich, wie sich die Hessische Linkspartei aktuell selbst demontiert! Ronin alias Tilman Markowetz hat in seinem Blog Chemiestudent online unter dem Titel Die Linke zeigt ihr Gesicht die aktuellen Austritte von Spitzenpolitikern der SEDLinken in Hessen kommentiert und deren Begründungen dokumentiert. Dazu gehören u.a. fehlende Basisdemokratie, geheime Zirkel und E-Mail-Verteiler, Mobbing von Parteimitgliedern, Missgunst und üble Nachreden.

Tja, ganz so sozial scheint man intern nicht miteinander umzugehen. Aber es ist ja immer einfach, von Dritten Dinge zu fordern, die man selber nicht einhält! Meine Bitte: macht weiter so!

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